Teil 7: Höhenluft

 

Gefunden: Am Tor in der Nähe von Machu Picchu

Heute Morgen haben wir die nächste Welt betreten. Die Gegend ist sehr weitläufig, karg und kühl. Es gibt keine Wälder oder Büsche. Nur niederes trockenes Gras. In der Entfernung sehen wir ein paar Tiere, die Eseln ähnlich sind, jedoch längere Hälse haben und in unterschiedlichen Brauntönen gefärbt sind. Sie scheinen mit dem trockenen Gras auszukommen. Solange wir Nahrung haben, beschließen wir, sie in Ruhe zu lassen. In der Entfernung ragen spitze, teilweise eisbedeckte Berggipfel empor. Wir können nicht abschätzen, wie weit es bis zu ihnen ist. Die ganze Gegend ist von einer seltsamen rauen Schönheit.

Das dämonische Niveau ist wiederum höher. Wie von den Elfen angekündigt, müssen wir zu dem nordwestlichen der beiden Tore. Es gibt auch noch eines weiter im Süden. Wir haben angeblich etwa 800km vor uns.

Wir testen sorgfältig, was wir hier tun können. Magie funktioniert ohne Dämonen hervorzurufen. Gefühle? Im Moment ist keiner sehr emotional. Wir bleiben wachsam und ziehen los.

Diese Welt hat eine ermüdende Wirkung. Wir sind erst eine kurze Zeit unterwegs, da sind wir bereits erschöpft und kurzatmig. Wir können aber keine Magie oder Gift feststellen. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als langsam zu gehen und viele Pausen zu machen. Nach den Erfahrungen der letzten Welt, sind wir sehr sorgfältig mit unseren Lagerzaubern. Aber das Einzige, was wir brauchen sind Wärmezauber. Es wird bitterkalt in der Nacht.

Auch nach einigen Tagen Reise haben wir nichts von Dämonen mitbekommen. Wir laufen jetzt entlang der Ufer eines sehr großen, sehr kalten Sees entlang. Auf der anderen Seite ragen schneebedeckte Gipfel hervor. Wir sind alle fasziniert von der rauhen Schönheit dieser Gegend. Allerdings sind wir nach wie vor sehr schnell erschöpft. Wir vermuten, dass die Luft in dieser Welt von schlechter Qualität ist. Ist das ein dämonischer Einfluss? Wenn dem so ist, und sich dies auch verstärken sollte, dann ist diese Welt dem Untergang geweiht.

Naazanin und Farshid geben sich keinerlei Mühe mehr, ihre Beziehung zu verstecken. Zwar benehmen sie sich nicht weniger anständig als jedes andere Paar in der Öffentlichkeit, doch sollten sie eben kein Paar sein. Im Gegenteil, sie verhalten sich sogar eher etwas zurückhaltend, wenn ich dabei bin. Ein wenig Respekt mir gegenüber bringen sie also noch auf.
Wir reden jedoch kaum miteinander.

Wir haben auch nach zwei Wochen noch keine Dämonen angetroffen. Zuerst vermuteten wir, dass diese Welt langsam am Sterben sei. Die karge Landschaft, die kalten Nächte und die schlechte Luft. Aber nach einigen Tagen haben wir uns anscheinend an die Luft gewöhnt. Wir sind nicht mehr so schnell erschöpft. Und bei näherem betrachten finden wir auch viel Leben hier. Diese kleinen kamelähnlichen Tiere sind überall. Es gibt Hasen und Ziegen. In der Luft haben wir die größten Geier gesehen, die der Mensch sich vorstellen kann. Von Flügelspitze zu Flügelspitze breit wie ein Ochse lang! Wir hoffen, dass sie sich nur von Totem ernähren wie ihre karthagischen Brüder auch. Farshid vermutet, dass der dämonische Einfluss dazu führen könnte, dass die Tiere größer und monströser würden. Die kleinen Kamele könnten auch große Ziegen sein. Wir finden keine dämonische Energie in den Tieren und essen sie mit Genuß.

Wir können das nächste Tor bereits sehen. Es ist eingeklemmt in ein schmales Tal entlang des Flusses, dem wir schon die ganze Reise folgen.

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